Grenzwertableitungskonzepte zur Bewertung
der Freisetzung von gefährlichen Stoffen aus Bau‍pro‍duk‍ten

In der Arbeitsgruppe CEN/TC 351/WG1 „Freisetzung gefährlicher Stoffe aus Bauprodukten in Boden, Grund- und Oberflächenwasser“ werden mit Bezug auf das Mandat M/366 der Europäischen Kommission europaweit einheitliche (horizontale) Prüfvorschriften zur Bestimmung der Freisetzung von gefährlichen Stoffen aus Bauprodukten in den Boden und das Grundwasser entwickelt. Bei den Prüfverfahren handelt es sich um einen sogenannten „Tanktest“ für monolithische Bauprodukte und einen „Säulentest“ für granulare Bauprodukte (s. a. http://cms.beuth.de/sixcms_upload/media/2247/2_Freisetzung-gefaehrlicher-Stoffe-aus-Bauprodukten.pdf). An den aus den Prüfungen gewonnen Eluaten werden Analysen auf regulierte gefährliche Stoffe vorgenommen (s. Liste unter http://www.nen.nl/web/file?uuid=2b96de16-8512-416c-baba-6540d1850ce4&owner=39c5e2fc-6300-4bb7-af56-8aa934044ce4).

Schwierigkeiten bei der Harmonisierung dieser Prüfvorschriften ergeben sich dadurch, dass in verschiedenen CEN-Mitgliedsstaten unterschiedliche Bewertungskonzepte existieren, die auf den Laborergebnissen dieser Prüfverfahren basieren. Prüfergebnis und Bewertungskonzept sind somit eng miteinander verknüpft. Aufgabe von CEN/TC 351 ist es nicht, diese Bewertungskonzepte in Europa zu harmonisieren. Spielräume ergeben sich für CEN/TC 351 nur hinsichtlich der Veränderungen (Harmonisierung) der Prüfbedingungen in den Prüfnormen. Dennoch ist es für das Verständnis der Gesamtzusammenhänge und zur Lösungsfindung innerhalb der Prüftechnik unabdingbar, sich die verschiedenen Bewertungskonzepte anzusehen. Daher hat CEN/TC 351 im Jahr 2013 ein Gutachten in Auftrag gegeben, das die beiden Ableitungskonzepte, die in den Niederlanden und in Deutschland im Rahmen der geplanten Ersatzbaustoffverordnung zur Anwendung kommen, miteinander vergleicht. Um dieses Gutachten der Fachöffentlichkeit zur Verfügung zu stellen, hat sich der DAfStb bereiterklärt, die beiden Grenzwertableitungskonzepte für den Pfad „Boden-Grundwasser“ für granulare Bauprodukte auf seiner Homepage zu veröffentlichen (s. u. a. An‍lage).

Anlage: