DAfStb-Richtlinie —
Anforderungen an Ausgangsstoffe zur Herstellung von Beton nach DIN EN 206-1 in Verbindung mit DIN 1045-2

Gemäß Bauproduktenrichtlinie konnten die Mitgliedstaaten von der Brauchbarkeit der Produkte ausgehen, die so beschaffen sind, dass die Bauwerke, für die sie verwendet werden, bei ordnungsgemäßer Planung und Bauausführung den wesentlichen Anforderungen ent­sprechen, wenn diese Produkte die CE-Kennzeichnung nach einer harmonisierten Norm tragen.

Im Unterschied dazu wird mittels der CE-Kennzeichnung nach EU-BauPVO durch den Hersteller die Konformität des Bauproduktes mit der in der Leistungserklärung angegebenen Leistung erklärt. Die Mit­glied­staaten gehen davon aus, dass die vom Hersteller erstellte Lei­stungs­er­klä­rung genau und zuverlässig ist. Insofern betrifft die Kon­for­mi­täts­aus­sa­ge nicht mehr die Übereinstimmung des Pro­duk­tes mit einer technischen Regel und den darin enthaltenen An­for­de­run­gen, sondern die Übereinstimmung der Leistungsfähigkeit des Produktes mit der erklärten Leistung. Daher müssen For­mu­lie­run­gen in EN 206-1, die die Übereinstimmung eines Produktes mit einer harmonisierten Norm als Anforderung voraussetzen, ersetzt werden durch konkrete Anforderungen an das Bauprodukt, die in dieser Richtlinie zusammengestellt sind.

Die Richtlinie ist als Zwischenschritt zu sehen, um die rechtlichen Vor­ga­ben aus der EU-BauPVO und dem neuen bau­ord­nungs­recht­li­chen Rahmen, der durch die MVV TB 2017/1 gesteckt wird, in kon­kre­te tech­ni­sche Anforderungen an Ausgangsstoffe zur Herstellung von Be­ton umzusetzen. Mittelfristig muss die Zusammenstellung der An­for­de­run­gen an die Betonausgangsstoffe in die EN 206 über­nom­men werden. Daher wurde die Richtlinie dem für die Erstellung der EN 206 zuständigen CEN-Komitee, CEN/TC 104/SC1, als deutsche Position für eine Überarbeitung der EN 206:2017 vorgelegt.

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